Das Maßwerk ist eines der charakteristischsten Gestaltungselemente der gotischen Baukunst und entwickelte sich ab dem frühen 13. Jahrhundert in Frankreich. Es bezeichnet die kunstvolle Unterteilung großer Fensteröffnungen durch filigrane Steinrippen in geometrische Formen wie Pässe, Fischblasen, Vierblätter und Rosetten. Die zunehmende Auflösung der Wand zugunsten großer Glasflächen machte das Maßwerk konstruktiv notwendig, um Glasfüllungen zu stabilisieren. Gleichzeitig wurde es zum Ausdrucksträger gotischer Ästhetik: Die komplexen, sich wiederholenden Muster symbolisierten himmlische Ordnung und göttliche Geometrie. Vom einfachen Bogenfenster bis zur riesigen Fensterrose entwickelte das Maßwerk eine enorme formale Vielfalt, die Kathedralen wie Notre-Dame de Paris oder den Kölner Dom prägt.
M
Maßwerk
Ornamentales Steingeflecht aus geometrisch angeordneten Bögen und Formen, das Fensteröffnungen der Gotik filigran strukturiert und gliedert.