Der Pilaster ist ein wesentliches Element der klassischen Architektur und vereint ästhetische und funktionale Eigenschaften. Im Gegensatz zur freistehenden Säule ist er in die Wandfläche eingebunden und tritt nur leicht hervor. Er verfügt wie eine Säule über Basis, Schaft und Kapitell und folgt damit den klassischen Ordnungen. In der Renaissance und im Barock wurde der Pilaster exzessiv eingesetzt, um Fassaden zu gliedern und ihnen Tiefe zu verleihen. Er kann tragende Funktion übernehmen, dient jedoch häufig rein dekorativen Zwecken. Architekte wie Bramante und Michelangelo nutzten Pilaster gezielt, um monumentale Kompositionen zu schaffen und die Vertikale zu betonen.